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Trotz alledem

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Trotz alledem

Wie frei sind wir eigentlich? Mehr als je zuvor sehen wir uns heute Zwängen ausgesetzt, die uns von außen auferlegt werden. Wir sprechen von der Einschränkung der Bürgerrechte, der Pflicht beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln, Gesichtsmasken zu tragen und nicht wenige sehen bereits heute das Damoklesschwert der digitalen Rundumüberwachung und des Impfzwangs über sich schweben. Kann man angesichts all dieser Regeln, Verordnungen und Gesetze noch von der Freiheit des Einzelnen reden? Ich behaupte ja!

Selbst angesichts der angedeuteten Versklavungsversuche und Zwangsmaßnahmen können wir uns klar zu der von uns erkannten Wahrheit bekennen. Allerdings müssen wir bereit sein, die Konsequenzen zu tragen und allein daran hapert es meistens. Wer von uns möchte sich schon anfeinden lassen, Bußgelder bezahlen oder gar um seinen Job fürchten müssen, wenn er sich nicht obrigkeitskonform verhält? Und wer weiß, ob damit bereits das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Möglicherweise kommt es noch härter und wir müssen sogar um Leib und Leben fürchten. Doch genau darum geht es bei dieser Prüfung! Sind wir bereit, wirklich Farbe zu bekennen und kompromisslos zu dem zu stehen, was wir als richtig erkannt haben? Oder gehen wir im Zweifel doch den Weg des geringsten Widerstandes? Und auf der anderen Seite der Medaille: Finden wir einen Weg, Prinzipienreiterei und Widerstand um jeden Preis zu vermeiden und flexibel und unabhängig von jeder selbstauferlegten Erstarrung unserer Grundsätze zu (re)agieren?

Ich glaube nicht, dass es allgemeingültige Richtlinien für ein „richtiges“ oder „falsches“ Verhalten unsererseits geben kann, wie wir unserer Wahrheit und unserer Freiheit in jeder Situation am besten folgen können. Das wäre in der Tat ein Widerspruch in sich, ein Ouroborus, eine Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt. Tatsächlich müssen wir unser Verhalten in jeder einzelnen Lebenssituation neu abwägen und von Fall zu Fall entscheiden, was gerade jetzt das richtige ist. Wenn wir uns mit dieser Grundeinstellung wappnen, kommt uns der Heilige Geist im richtigen Moment zu Hilfe, dessen bin ich mir ganz sicher.

Doch was ist da passiert? Warum sehen wir uns so plötzlich allen diesen Beschränkungen ausgesetzt? Möglicherweise auch deshalb, um uns darüber bewusst zu werden, dass wir erst einmal in unserem Inneren aufräumen sollten, ehe wir den Schuldigen mal wieder zunächst im außen suchen. Gerade heute bin ich bezogen auf mein kleines Alltagsleben genau in diese Falle getappt und ich bin sicher nicht die einzige, der so etwas trotz aller vermeintlichen Selbstbewusstheit doch hin und wieder mal passiert.

Vor einigen Jahren habe ich mich entschieden, nur noch 20 Stunden in der Woche zu arbeiten. Ja, das bedeutet ein kleineres Einkommen, aber vor allem bedeutet es mehr Freizeit, mehr Zeit für die Dinge, die mir Freude machen und mich wachsen lassen. So war der Plan! Und im Großen und Ganzen hat er bisher erstaunlich gut funktioniert. Seit dem Lockdown ist jedoch alles ganz anders geworden. Von allen Seiten werden Daten und Fakten gefordert. Neben dem normalen Tagesgeschäft müssen Eilumfragen durchgeführt werden, um Forderungen der Branche nach Rettungsschirmen zu begründen und Sonderauswertungen für besonders eilige wissenschaftliche Studien sind an der Tagesordnung. Erschwerender Weise fällt diese Mehrbelastung in eine Zeit, in der ich ohnehin alle Hände mit meiner jährlichen Veröffentlichung zu tun habe und meine Kollegin, die mich unterstützen könnte, seit Monaten erkrankt ist. Zudem beabsichtige ich in drei Monaten in den vorgezogenen Ruhestand zu wechseln und möchte meinem Amtsnachfolger keine unzumutbaren Baustellen hinterlassen.

Heute Mittag habe ich mich kurzfristig derart von dieser Situation vereinnahmen lassen, dass ich nicht mehr klar denken konnte. Ich fühlte mich getrieben von äußeren Umständen und habe mich förmlich selbst blockiert. Doch wie konnte es so weit kommen?

Ich habe tatsächlich zugelassen, dass andere Kräfte Besitz von mir ergriffen haben, Kräfte, die nicht förderlich wirken und mein Ich vorübergehend derart schwächen können, dass es nicht mehr der Herrscher über mein Denken, Fühlen und Wollen ist. Da ich inzwischen einen gewissen Bewusstheitsgrad erreicht habe, konnte ich, Gott sei Dank, sehr schnell gegensteuern, so dass sich die festgefahrene Situation inzwischen wieder in Wohlgefallen auflösen konnte. Nicht jene tragen die Schuld, die etwas von mir fordern. Es liegt allein an mir, mir selbst gegenüber klar zu stellen, was leistbar ist und was nicht und mich entsprechend klar zu äußern. Doch welche Kämpfe spielen sich da im Inneren ab?! Habe ich evtl. den falschen Ehrgeiz, nicht eingestehen zu wollen, wenn mir etwas über den Kopf zu wachsen droht? Habe ich übertrieben perfektionistische Ansprüche an mich selbst? Fehlt mir der Mut, klipp und klar das Stoppschild hochzuhalten?  Luzifer lässt grüßen!

Auf der anderen Seite bin ich offensichtlich nicht bereit, meine Arbeit auch mal zu verschenken, wenn es der Sache dient. Insgeheim hadere ich mit mir, wenn ich etwas von meiner Freizeit hergeben soll, die ich doch – wenn ich ehrlich bin – aus rein egoistischen Gründen und tatsächlich auch aus Prinzip so sehr verteidige. Eine so erkämpfte Freizeit führt natürlich ganz und gar nicht zur inneren Freiheit, sondern entspringt dem zwanghaften Beharren auf vermeintlichem Recht und die fehlende Bereitschaft, mich in das Gesamtgefüge einzubringen. Und genauso fühle ich mich auch, nicht glücklich und frei, sondern eben eingeschränkt auch im Genuss der hart errungenen Freizeit! Eine freie Handlung wäre es dagegen gewesen, aus der Situation heraus zu entscheiden, was für alle Beteiligten das Beste ist und ggf. freiwillig auf etwas, das für mich einen hohen Wert hat (in diesem Fall meine Freizeit) zu verzichten. Aus einer solchen freiwilligen Gabe hätte Freude erwachsen können und nicht, wie in meinem Fall, innere Unzufriedenheit. Neben Luzifer mischt sich hier nun auch noch Freund Ahriman ein: nur nichts verschenken, nur nichts hergeben, von dem, was mir doch vermeintlich zusteht! Wie kleinlich!

Tatsächlich schäme mich ein bisschen für dieses, man könnte sagen, vorchristliche Verhalten, das einem Menschen aus dem Bewusstseinsseelenzeitalter doch eigentlich nicht mehr würdig ist. Allerdings schäme ich mich wirklich auch nur ein bisschen, denn auf der anderen Seite freue ich mich darüber, dass ich inzwischen in der Lage bin, diese Prozesse schnell zu durchschauen und ihnen entgegenzuwirken. Ich bin sicher, dass ich durch diesen zunehmenden Bewusstseinsgrad immer seltener in solche Situationen gerate und dass ich sie, wenn es doch einmal passieren sollte, immer schneller auflösen kann.

Dieses soll nur ein kleines Beispiel für unsere täglichen Lernprozesse darstellen, denen wir alle jetzt mit voller Wucht so häufig begegnen. Beinahe tagtäglich erleben wir, dass unser gut gemeinter Einsatz hier und dort zurückgewiesen wird, dass wir über Gebühr oder ungerechtfertigter Weise herausgefordert werden, im Privaten ebenso wie in der großen Weltpolitik. Hier sollte es uns mehr und mehr gelingen, persönliche Befindlichkeiten zu überwinden und die Vogelperspektive einzunehmen. Wie meistern wir die uns gestellten Aufgaben? Gehen wir souverän und unabhängig mit der jeweiligen Situation um oder hängen wir immer noch an überkommenen Mustern? Ich bin davon überzeugt, dass es allein an unserem Bewusstheitsgrad und unserer Lernbereitschaft liegt, in welche Richtung sich diese Herausforderungen entwickeln werden. Verbeißen wir uns in starre Muster oder sind nicht bereit, auch um den Preis von Unannehmlichkeiten für die Wahrheit einzustehen, werden sie sich weiter dramatisch verstärken. Erweisen wir uns dagegen als ebenbürtige Gegner unserer Herausforderer, wirken wir ihnen erfolgreich entgegen. Dann werden uns die fördernden Kräfte des Kosmos beistehen, um uns zu unterstützen. So erweisen wir uns einmal mehr als Mitschöpfer unseres Schicksals, weit über unser jetziges Erdenleben hinaus.

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